Modernes Management am Beispiel Strategy Deployment | Prof. Dr. Alfred Angerer, Leiter Management im Gesundheitswesen am ZHAW Winterthurer Institut für Gesundheitsökonomie

Wie die Strategie beim Patienten ankommt …

Modernes Management sei menschlich, befähigt, Lean, interprofessionell und partizipativ – so die Einschätzung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer am ersten Event der Vereinigung für Management im Gesundheitswesen (VERMIG). Rund 25 Personen folgten der Einladung am Dienstag, 23. Oktober 2018 an den ZHAW Campus in Zürich.

Darauf aufbauend ging Prof. Dr. Alfred Angerer in seinem Input-Referat zum Thema «Modernes Management am Beispiel Strategy Deployment» auf den Strategieprozess in Gesundheitsinstitutionen ein.

Die Entwicklung und Umsetzung einer Strategie im Gesundheitswesen unterscheide sich von anderen Branchen, so Angerer. Oft entscheiden sich Patienten aufgrund der Nähe für eine Gesundheitsinstitution (sogenannte ‘eh da’-Patienten). Die Beeinflussung der Kunden sei weniger direkt möglich, wie man dies beispielsweise aus der E-Commerce-Branche kennt.

Strategy-Deployment-Logik (LeanHealth.ch)
Strategy-Deployment-Logik (LeanHealth.ch)

Damit das Strategy Deployment gelingt, empfiehlt Angerer die Anwendung der A3-Methodik aus dem Lean Management. Auf Basis der Vision kann jede Hierarchie-Stufe ebenengerechte A3 entwickeln; Zusammenhängige innerhalb der Organisation können aufgezeigt werden. Das A3 umschreibt die wichtigsten Fakten zu den strategischen Massnahmen anhand der Plan-Do-Check-Act-Logik, ist ansprechend sowie verständlich gestaltet und erlaubt eine partizipative Anwendung mit den Mitarbeitenden.

Im darauffolgenden Erfahrungsaustausch berichteten Kolleginnen und Kollegen aus dem Alltag: Klassischen Instrumente wie die SWOT-Analyse haben für die Mitarbeitenden an der Basis «wenig Griff». Mittels A3 können Abhängigkeiten untereinander aufgezeigt werden, was wiederum die Akzeptanz der Strategie stärkte. Bei der Umsetzung habe sich die Loslösung von der Organisationsstruktur bewährt. Stattdessen wurden die A3 für strategische Einflussbereiche erstellt, wofür jeweils eine verantwortliche Person zugeteilt wurde.

Als weiterer wichtiger Punkt wird die Kommunikationsart diskutiert: So experimentieren einzelne Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit unterschiedlichen Medienformaten wie Videos, um die verschiedenen Generationen und Menschen mit unterschiedlichen Sprachkenntnissen anzusprechen.

Beim gemeinsamen Abendessen konnten die Erfahrungen weiter vertieft werden. Fest steht jedoch, dass Strategy Deployment neue Methoden benötigt und dass der Dialog mit den Mitarbeitenden – gerade im Strategieprozess – an Bedeutung gewinnt.

Bildquelle: LeanHealth.ch, Dominik Moser